Managementplan Wolf 2023 (2.54 MB)
Wölfe in Rheinland-Pfalz
Meldungen aus den vergangenen Jahren
Rheinland-Pfalz ist mittlerweile kein Wolfserwartungsland mehr, sondern hat bereits sesshafte Wölfe. Für das Monitoringjahr 2022/23 wurden für Rheinland-Pfalz acht sesshafte Wölfe nachgewiesen, vier davon Welpen. Die Tiere sind aufgeteilt auf das neue „Hachenburger Rudel“ und das „Leuscheider Rudel“. Letzteres hat sein Territorium grenzübergreifend in RLP und NRW. Zusätzlich gibt es einige „Durchzügler“ aus Belgien, den Niederlanden oder Mitteldeutschland. Deren genaue Anzahl lässt sich jedoch nicht beziffern. Auch in anderen Regionen werden immer wieder Sichtungen von durchwandernden Wölfen gemeldet.
Der Wolf kehrt aufgrund seiner starken Fähigkeit zu Ausbreitung von ganz alleine zu uns zurück. Der Grund hierfür liegt in der Lebensweise der Tiere. Wölfe leben in Familienverbünden aus Mutter, Vater und dem gemeinsamen Nachwuchs. Diese Tiere bilden gemeinsam ein Rudel. In Deutschland beansprucht ein Rudel je etwa 250 km². Junge Wölfe müssen ihr Rudel nach 2–3 Jahre verlassen. Dann begeben sie sich auf die Suche nach einem eigenen Revier und – im besten Fall – einem Partner. Dabei können die Tiere bis zu 1.000 km zurücklegen und überqueren sogar größere Flüsse und Autobahnen. An einem einzelnen Tag können Wölfe mitunter mehr als 70 km zurücklegen. Meldungen und Hinweise auf Wölfe werden uns in Rheinland-Pfalz also in Zukunft weiter begleiten.
Mit dem im August 2023 vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) vorgestellten "Managementplan Wölfe in Rheinland-Pfalz" existieren seit August 2023 aktualisierte konkrete Handlungsrichtlinien für das Zusammenleben von Mensch und Wolf. Bei der Überarbeitung des Managementplans hat sich auch der NABU Landesverband Rheinland-Pfalz aktiv eingebracht.
Hilfreiche Downloads
Meldungen
Eder: „Herdenschutz wirkt: Durch gezielte Prävention gibt es weniger Schäden durch Wölfe“
August 2023 - Umweltministerin stellt aktualisierten Wolfsmanagementplan vor: Mehr Förderung für Tierhalterinnen und Tierhalter / Präventionsgebiete können leichter ausgewiesen werden
Aktuelle Wolfszahlen: Bundesweit 157 Rudel bestätigt
Dezember 2021 - Im Monitoringjahr 2020/2021 gab es 157 Wolfsrudel in Deutschland. Das geht aus den Erhebungen der Bundesländer hervor, die hierfür mehr als 27.000 Hin- und Nachweise ausgewertet haben. Die amtlichen bestätigten deutschen Wolfszahlen haben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) jetzt in Abstimmung mit den Ländern veröffentlicht.
NABU: Akzeptanz von Wölfen in Deutschland nach wie vor hoch
April 2021 - Die Akzeptanz von Wölfen in Deutschland ist nach wie vor hoch. Das zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage, die der NABU anlässlich des Tags des Wolfes in Auftrag gegeben hat.
Wie in anderen Bundesländern nahmen auch in Rheinland-Pfalz die Wolfsnachweise in den letzten Jahren deutlich zu.
Neue Wolfszahlen veröffentlicht: Mehr Wölfe, mehr illegaler Beschuss
November 2020 – Der Bestand der Wölfe in Deutschland ist weiter angestiegen. Jedoch nicht so stark wie in den Jahren zuvor. Die Zahl von verunfallten Wölfen sowie die illegale Tötung der Tiere hat zugenommen, der NABU fordert daher eine stärkere Ahndung von Artenschutzkriminalität.
Wolf im Westerwald erschossen
NABU stellt Strafanzeige
24. April 2012 - Der NABU hat wegen des getöteten Wolfes im Westerwald Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Koblenz gegen Unbekannt gestellt. „Die Tötung des Wolfes ist eine hinterhältige Tat. Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Tat und hoffen, dass der Schütze rasch ermittelt werden kann und hart bestraft wird“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die Tötung eines Wolfes stelle einen eklatanten Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz dar. „Es handelt sich um eine streng geschützte Tierart, dem Täter droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren“, betonte Olaf Strub vom NABU Rheinland-Pfalz.
Wölfe besiedeln seit 2000 erfolgreich wieder Deutschland. Aus diesen ersten Wölfen sind bis heute 14 Rudel entstanden. Dies überwiegend in dünner besiedelten Regionen. Einzelne Wölfe tauchen auch in den westlichen Bundesländern auf. Sie sind die ersten Rückkehrer zukünftiger Wolfsrudel, die nach Einschätzung des NABU langfristig in allen Flächenbundesländern vorkommen werden. Eine Studie des Bundesamtes für Naturschutz von 2007 fand bundesweit für den Wolf geeignete Lebensräume. Angesichts dieser Prognose sollte eine absichtliche Tötung des ersten rheinland-pfälzischen Wolfes mit der gezielten Ausrottung der Art gleich gesetzt werden.
Der NABU begleitet seit 2005 die selbstständige Rückkehr des Wolfes nach Deutschland. In einem Projektbüro im Wolfsgebiet Lausitz werden die Erfahrungen mit dem Wolf in unserer Landschaft gesammelt. Bundesweit informiert der NABU über die Rückkehr des scheuen Beutegreifers.
„Willkommen Wolf“ im Westerwald
Scheuer Wolf im Landkreis Neuwied fotografiert
27. März 2012 – Am 26. Februar wurde in der Nähe von Steimel in Rheinland-Pfalz ein wolfsähnliches Tier beobachtet und fotografiert. Nach Einschätzung des NABU handelt es sich bei dem abgelichteten Tier tatsächlich um einen Wolf. „Es sind die typischen Fellzeichnungen zu erkennen, wie etwa der weiße Bereich um die Schnauze. Auch die Tatsache, dass das Tier die große Distanz zum Menschen aufrechterhalten hat, spricht für einen Wolf“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Siegfried Schuch, Vorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz, freut sich über die Rückkehr des Wolfes und verweist die Geschichte vom „bösen Wolf“ ins Reich der Märchen: „Wölfe sehen in uns Menschen keine Beute. Seit seiner Rückkehr nach Deutschland ist es zu keiner Situation gekommen, bei der sich ein Wolf irgendwie aggressiv einem Menschen genähert hat. Eine erfolgreiche Nachbarschaft von Mensch und Wolf ist möglich. Das sollten wir hier in Rheinland-Pfalz auch schaffen.“ Der NABU sieht vor diesem Hintergrund den Bedarf eines Wolfsmanagements für Rheinland-Pfalz. Schuch: „Der erste Wolf in Rheinland-Pfalz ist ein deutliches Signal für gemeinsame Gespräche, wie sie auch in anderen Bundesländern schon geführt werden.“
Der Wolf hielt sich in einem Gebiet nahe der Landesgrenzen zu Nordrhein-Westfalen (16 km) und Hessen (27 km) auf. NABU-Wolfsexperte Markus Bathen geht daher von einem typischen Wanderwolf aus. Noch offen sei, ob sich das Tier im Westerwald niederlassen werde oder immer noch auf Wanderschaft ist. Die Tageslaufleistung eines Wolfs beträgt 40 bis 75 km. Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU Nordrhein-Westfalen und Gerhard Eppler, Vorsitzender des NABU Hessen, sehen ihre Bundesländer deshalb ebenfalls als potenzielle Heimat für das Tier: „Auch Nordrhein-Westfalen und Hessen haben wolfsgeeignete Lebensräume und gelten daher als Wolfserwartungsland. Sollte der Wolf weiterwandern und zu uns kommen, heißen auch wir ihn Willkommen.“
Wölfe leben seit dem Jahr 2000 wieder in Deutschland. Derzeit haben sie mit 14 Rudeln in den neuen Bundesländern den ersten kleinen Trittstein eines Deutschen Wolfsbestandes geschaffen. Junge Wölfe verlassen das Rudel, wenn sie geschlechtsreif werden, und wandern weite Strecken, um neue, noch wolfsfreie Gebiete zu besiedeln. 2009 legte ein Wolf aus der Lausitz über 1500 km bis Weißrussland zurück. „Ein Wolf im Westerwald ist für uns keine Überraschung. Abgesehen von den Straßen, die er lebend überwinden muss, sind die 500 km von der Lausitz für Wölfe eine leicht zu überbrückende Entfernung“, so NABU-Wolfsexperte Markus Bathen.