Dreifelder Weiher - Foto: NABU/Inés Noll
Westerwälder Seenplatte
Im Juli 2022 startete der NABU das Projekt „Natürlich mehr Se(h)en – Entwicklung der Besucherlenkung und alternativer Naturerlebnismöglichkeiten für die Natura-2000-Gebiete der Westerwälder Seenplatte“, gefördert vom Land Rheinland-Pfalz im Rahmen des Entwicklungsprogrammes EULLE und durch die Europäische Union kofinanziert. Ziel des Projektes ist es, durch Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung sowohl Einheimische als auch Tourist*innen für die Tier- und Pflanzenwelt zu sensibilisieren und Natur und Freizeiterleben in Einklang zu bringen. Die Westerwälder Seenplatte – ursprünglich künstlich als Weiher für die Fischzucht angelegt und heute in weiten Teilen als Schutzgebiet ausgewiesen – bietet einen in Rheinland-Pfalz einmaligen Lebensraum für zahlreiche Vogel-, aber auch besondere Pflanzenarten.
Weite Teile der Westerwälder Seenplatte umfassen das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Westerwälder Seenplatte“ und das Vogelschutzgebiet „Westerwälder Seenplatte“ sowie vier Naturschutzgebiete. Aufgrund ihrer landschaftlichen Besonderheit lädt das Gebiet aber auch zur Naherholung ein. Es existieren drei Campingplätze mit Badestellen, die touristisch attraktiv sind, und ein Großteil des Gebietes ist durch Wanderwege erschlossen. „Mit dem neuen zweiköpfigen Team aus einem Gewässerökologen und einer Kommunikationsexpertin wollen wir den Besuchsdruck auf die wertvollen Schutzgebiete steuern und Beeinträchtigungen für das Gebiet oder gar eine Gefährdung der zu schützenden Tier- und Pflanzenarten verhindern,“ sagt Lindemann. „Unser Ziel ist es, den Menschen die einzigartige Natur der Seenplatte nahezubringen, sie erlebbar zu machen und gleichzeitig für ihre Verletzlichkeit zu sensibilisieren.“ Durch die Erstellung eines modernen und gebietsangepassten Besucherlenkungs- und Umweltbildungskonzeptes soll dies in der anderthalbjährigen Laufzeit des Projektes gelingen.
Das Projekt "Natürlich mehr Se(h)en - Entwicklung der Besucherlenkung und alternativer Naturerlebnismöglichkeiten für die Natura 2000-Gebiet der Westerwälder Seenplatte" wird gefördert durch:
den Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER): Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete
im Rahmen des rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms "Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft, Ernährung" (EULLE)
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz
Hofmannsweiher Waldsofa - Foto: NABU/Frank Steinmann
Wasser, Wald, Wohlfühlplatz – NABU schenkt der Seenplatte Sitzkomfort mit neuen Waldsofas
Dreifelden/Freilingen, 25. Juni 2025 – Die Westerwälder Seenplatte, ein einzigartiges Naturjuwel in Rheinland-Pfalz, ist um eine Attraktion reicher: Seit Frühjahr 2025 laden vier hochwertige Waldsofas entlang der Wanderwege rund um den Dreifelder Weiher, den Hofmannsweiher und den Postweiher zum entspannten Verweilen ein. Die neuen, für bis zu vier Personen geeigneten Bänke sind Bestandteil des NABU-Projektes „Mehr Se(h)en“, das sich der Umweltbildung und Besucherlenkung in diesem wertvollen Schutzgebiet widmet. Das Projekt wird vom Land Rheinland-Pfalz mit Mitteln des Entwicklungsprogramms EULLE gefördert und durch die Europäische Union kofinanziert.
Mit den Waldsofas soll den BesucherInnen der Seenplatte die Möglichkeit zum stillen Verweilen, Kraft tanken und zu einem besonderen Naturerlebnis gegeben werden. Hintergrund ist das neu erstellte Besucherlenkungskonzept für die Westerwälder Seenplatte, das unter anderem vorsieht, sensible Bereiche, die als Rückzugsort für seltene Tiere dienen, zu entlasten und den Erholungssuchenden an ausgewählten Plätzen einen Einblick in das Naturgeschehen zu verschaffen.
„Wir sind begeistert darüber, dass sich die vier Waldsofas bereits nach kurzer Zeit so großer Beliebtheit erfreuen“, erklärt Projektmitarbeiter Frank Steinmann. Die Resonanz der Besucher ist überwältigend positiv. Ein sichtlich entspannter Gast schwärmte sogar, die Liegen seien „so bequem, dass meine Begleiter mich erst nach einiger Zeit aus dem Schlaf hatten wecken können.“
„Ärmel hoch und angepackt“ hieß es also nicht nur für die beiden Projektmitarbeiter Stefanie Ullmann und Frank Steinmann, sondern vor allem für einige tatkräftige Helfer vom Bauhof Hachenburg unter der Leitung von Jens Altgeld, den Gemeindearbeitern aus Dreifelden und Freilingen sowie deren OrtsbürgermeisterInnen Jennifer Kolb und Fabian Beringer. Besonderer Dank gilt auch Familie Schneider vom Haus am See, ohne die die Zwischenlagerung der Bänke nicht möglich gewesen wäre. Mittels dieser geballten Kräfte konnten die vier Waldsofas schnell installiert werden und stehen nun den Erholungssuchenden in der Region für eine Pause mit Blick in die Westerwälder Natur zur Verfügung.
Die Westerwälder Seenplatte besteht – trotz des überwiegend natürlichen Erscheinungsbilds und der Namensbezeichnung – nicht aus natürlichen Seen, sondern aus sieben künstlich angelegten Gewässern, die ursprünglich für die Fischzucht genutzt wurden. Im Laufe der Zeit hat sich zu einem in Rheinland-Pfalz einmaligen Lebensraum entwickelt. Sie beherbergt zahlreiche seltene Vogel- und Pflanzenarten und ist in weiten Teilen als Schutzgebiet ausgewiesen.
