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Giftköder gegen Nagetiere

Giftköder gegen Nagetiere

NABU informiert: Einsatz von Giftködern hinterfragen

Eule quer

• 09. Dezember 2011 • Immer wieder erreichen den NABU Anfragen, auf welche Art und Weise Gifte gegen Nagetiere, sogenannte Rodentizide, angewendet werden dürfen. „Dies ist natürlich abhängig von der Art des verwendeten Mittels“ weiß Olaf Strub, Naturschutzreferent des NABU Rheinland-Pfalz. Am verbreitesten sind Mittel mit dem Wirkstoff Zinkphosphid. Diese gibt es in Form von Giftweizen, also Getreidekörnern, die mit dem Gift versetzt sind. Zu erkennen sind sie an ihrer rötlichen Färbung. Da dieses Mittel auch für andere Tiere, wie Rehe und Feldhasen, giftig sind, ist ein offenes Auslegen der toxischen Getreidekörner nicht erlaubt. Vielmehr werden sie mit einer sogenannten Legeflinte direkt in die Mauselöcher eingebracht. Dies gewährleistet auch, dass Greifvögel keine vergifteten Nager fressen und daran elendiglich sterben.

Verantwortungsbewusste Landwirte, die Rodentizide einsetzen, wissen, wie diese anzuwenden sind. Schließlich ist eine Verwendung der Mittel nur dem Sachkundigen vorbehalten. Dennoch wurden gerade in der letzten Zeit durchaus Verstöße festgestellt und geahndet, bei denen Giftweizen breitwürfig ausgebracht worden war. Doch nicht immer ist die Sache ganz eindeutig, denn nicht alle Getreidekörner, die eine rötliche Färbung aufweisen, sind mit Gift behandelt. Denn auch das Winter-Getreide, das momentan ausgesät wird, hat eine leichte Rosa-Färbung. „Dies liegt an den sogenannten Beizmitteln, die z.B. ein Schimmeln verhindern sollen“ berichtet Biologe Strub. Als Saatkörner werden sie natürlich eigentlich in den Boden eingebracht, nur kann es am Rande von Äckern durchaus mal vorkommen, dass man trotzdem diesen rosafarbenen Weizen zu Gesicht bekommt.

Deshalb sollte man, wenn man die Vermutung hat, ein Rodentizid sei unsachgemäß angewandt worden, zunächst den betreffenden Landwirt darauf ansprechen. Missverständnisse sind dann ausgeschlossen. Erst wenn sich die Vermutung bestätigt, sollte man die zuständige Kreisverwaltung über die unzulässige Ausbringung von Gift informieren.

Eine ökologische Methode, die Nagetiere in ihrem Bestand etwas einzudämmen, ist, auf die natürlichen Schädlingsbekämpfer zu setzen. Greifvögel wie Mäusebussard oder Turmfalke und Eulen wie die Schleiereule sind die natürlichen Feinde von Mäusen. „Sitzkrücken, von denen die Vögel Ausschau nach Beute halten können, sind eine einfache und effektive Methode in unserer ausgeräumten Landschaft, diesen Tieren zu helfen“ so Strub. Das Schaffen von Nistmöglichkeiten ist vor allem bei der Schleiereule und beim Turmfalken recht einfach und an jeder größeren Scheune möglich.

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Hecken noch nicht schneiden

– viele Vögel brüten ein zweites Mal!

Kohlmeise F _ttert Quer

Kohlmeise mit Futter für die Jungen

• 16. Juni 2011 • Der NABU bittet alle Gartenbesitzer, sich noch mindestens zwei Wochen mit dem Hecken- und Strauchschnitt zu gedulden. Derzeit brüten noch viele Singvögel im Schutz des dichten Blattwerks. Sie können durch Schnittmaßnahmen so sehr gestört werden, dass sie ihre Brut aufgeben, warnen die Naturschützer. Im Juni gebe es bei vielen Singvögeln wie Amsel, Singdrossel, Buch- und Grünfinken eine zweite Brut. „Wer jetzt seine Sträucher schneidet, riskiert den Nachwuchs der fröhlichen Sängerschar“, betont Olaf Strub vom NABU Rheinland-Pfalz, „auch finden Beutegreifer die
Gelege viel einfacher, wenn schützende Zweige weggeschnitten werden.“

Wer erst im Juli oder später schneide, spare auch erhebliche Arbeit, so der NABU. Die Pflanzen befänden sich derzeit im zweiten Wachstumsschub des Jahres. Wer zu früh die Heckenschere auspackt, müsse sie deshalb noch ein zusätzliches Mal einsetzen. "Auf jeden Fall gehört für naturfreundliche Gärtner vor dem Schnitt eine intensive Suche nach belegten Nestern in den Sträuchern dazu. Denn auch im Juli findet man noch frische Dritt- oder Ersatzgelege“, so der Vogelfreund.

Amseljunge

Amseljunge im Nest

In den Nistkästen können alte Nester noch verbleiben und müssten nicht entfernt werden, beruhigt der NABU. In der Regel werde von den höhlenbrütenden Meisen, Staren und Kleibern das zweite Nest einfach auf das erste gebaut. „In der Natur macht auch keiner die Höhlen sauber. Das
ist ein ‘besonderer Service‘ des Menschen für die Vögel. Wer sicher ist, dass der Nistkasten nicht mehr belegt ist, kann aber das alte Nest auch entfernen“ empfiehlt Strub. Die beste Zeit für die Nistkasten-Reinigung sei laut NABU jedoch der Herbst: „Dann brütet garantiert keiner mehr darin.“ Dabei brauche nur das Nest entnommen zu werden. Ein Ausschrubben mit Wasser oder gar Putzmitteln sei unnötiger Arbeitsaufwand. Bei besonders starkem Parasitenbefall könne ein Kasten schnell mit einer Lötlampe ausgeflämmt werden.

Jungvogel Quer

Aus dem Nest gefallener Jungvogel

Aus dem Nest gefallene Jungvögel sollten übrigens auf keinen Fall mit nach Hause genommen werden. „Die verlassen wirkenden Nestlinge werden meist von den Eltern auch am Boden weiter gefüttert.“ Nur ganz selten handele es sich bei gefundenen Jungvögeln um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigen. Der Schein trüge häufig, denn die Jungen z.B. von Enten, Kiebitzen oder Amseln verließen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet sei. Die unerfahrenen und im Fliegen noch etwas ungeübten „Nestflüchter“ sitzen dann im halbhohen Geäst oder auf dem Boden. Damit sie nicht verloren gehen, lassen sie jedoch fast unablässig sogenannte „Standortlaute“ hören. Nur wenn sie in Gefahr sind, sollte man eingreifen und die Vögelchen an einem geschützten Ort nicht zu weit vom Fundort entfernt wieder absetzen, so Strub. Dabei könne man sie ohne Probleme anfassen, da der Geruchssinn bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren nur sehr gering ausgeprägt sein. Deswegen kann man auch noch nackte Vogelkinder einfach wieder in ihr Nest zurücklegen.
„Wer als Mensch versucht, Vogel-Eltern zu ersetzen, wird in der Regel scheitern. Schließlich fliegt ein Meisenpaar täglich über 600 Mal zum Füttern ein“, informiert Strub.

Wer noch Tipps für die naturfreundliche Gestaltung seines Gartens sucht, kann gegen Einsendung von 6 x 55-Cent-Briefmarken die Broschüre „Gartenlust“ (44 Seiten, DIN A5) mit Pflanzenlisten beim NABU Rheinland-Pfalz, Postfach 1647, 55006 Mainz, E-Mail: Bestellung@NABU-RLP.de bestellen.

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Junge Vögel sind häufig nicht verlassen

Jungvögel nicht mit nach Hause nehmen

Junge Elster

Junge Elster

• 12. Mai 2011 • Beim NABU Rheinland-Pfalz häufen sich Anrufe von Vogelfreunden, die sich um vermeintlich verlassene Jungvögel sorgen. Die Jungen der meisten Vögel sind flügge, sobald sie ihr Federkleid besitzen. Bevor sie fliegen können und ihr eigenständiges Leben beginnen, verbringen sie jedoch noch eine gewisse Zeit in der Nähe ihres Nestes. In dieser Phase werden sie weiterhin von den Altvögeln versorgt, mit denen sie über Bettelrufe Kontakt halten.

Vogelfreunde sollten sich nur dann eines Jungtieres annehmen, wenn es direkt gefährdet ist, also etwa an einer viel befahrenen Straße sitzt. Dann kann es vorsichtig umgesetzt werden, z.B. auf einen Baum. Jedoch sollte der Ort so gewählt werden, dass das Junge in Hörweite zum Fundort bleibt, damit die Eltern den Kontakt nicht verlieren.

Sehr junge Vögel, die noch kaum befiedert und ganz offensichtlich aus dem Nest gefallen sind, können zurückgesetzt werden. Sie werden trotz Kontakt mit dem Menschen weiterhin von den Eltern angenommen. Vögel haben einen deutlich schwächer ausgeprägten Geruchssinn als Säugetiere, deren Jungtiere man auf keinen Fall anfassen darf, da sie sonst von den Eltern verlassen werden.

Jungvogel Quer Singdrossel

Junge Singdrossel

Generell hat ein einzelner Jungvogel außerhalb des Nestes im Gebüsch größere Überlebenschancen als im Nest zusammen mit anderen Jungen, da dieses eher Nesträubern zum Opfer fällt. Deshalb hat die Natur für diese Zeit der sog. „Nestflüchter“ und „Ästlinge“ gesorgt. Solche Jungvögel sollten unbedingt in Ruhe gelassen werden. Nimmt man das Vögelchen mit, dann richtet man mehr Schaden als Nutzen an.

Ein Eingriff durch den Menschen sollte nur erfolgen, nachdem man sich durch Beobachtung über längere Zeit - mindestens jedoch eine Stunde - aus einiger Entfernung vergewissert hat, dass das Tier tatsächlich von seinen Eltern verlassen wurde. Die vorübergehende Aufnahme erfolgt am besten durch eine anerkannte Vogelpflegestation. Allerdings sterben selbst dort noch viele Jungvögel, weil auch erfahrene Tierpfleger die Nahrung nicht so optimal zusammenstellen können wie die Altvögel.

Jetzt Nisthilfen aufhängen

Vögel suchen ihr zukünftiges Brutquartier

Kleiber2

• 15. Februar 2011 • Bei milder Witterung beginnen die ersten Vögel jetzt bald mit den Vorbereitungen für den Nestbau. Doch häufig finden die Wohnungssuchenden keine passende Bleibe. Der NABU Rheinland-Pfalz ruft deshalb dazu auf, jetzt Nisthilfen aufzuhängen.

„Der Verlust an natürlichen Brut-, Nist- und Lebensstätten hat für viele unserer Mitgeschöpfe ernste Ausmaße angenommen“, so Olaf Strub, Naturschutzreferent des NABU Rheinland-Pfalz. Doch mit etwas handwerklichem Geschick und ohne großen finanziellen Aufwand könne hier Abhilfe geschaffen werden. Künstliche Nisthilfen und Unterkünfte seien feste Bestandteile der Arbeit für den Schutz der heimischen Tierwelt. „Dort wo alte Hochstammobstbäume fehlen, wo Scheunen vernagelt oder Ställe hermetisch abgeschlossen werden, wo Hecken nur noch als Hindernis betrachtet werden und Bäume nicht mehr alt und morsch werden dürfen, ist auch kein Platz mehr für Steinkauz, Siebenschläfer, Rauchschwalbe, Wildbiene oder Fledermaus“, so Strub weiter. Hier gegenzusteuern und eine struktur- und artenreiche Umwelt zu erhalten, müsse oberstes Ziel des Naturschutzes sein.

Die von uns Menschen angebotenen künstlichen Nisthilfen werden von vielen der wohnungssuchenden Tierarten angenommen. Mit einem Nistkasten kann man Meisen, Sperlingen, dem Rotschwanz oder auch dem Star ein passendes Quartier schaffen, aber auch künstliche Schwalbennester oder Steinkauzröhren sind in manchen Gegenden für den Bestand arterhaltend geworden.

Auch sollte jetzt – sofern nicht im Herbst geschehen – die Reinigung alsbald geschehen. Alte Nester kann man einfach rausnehmen, wegen der Vogelflöhe und anderer Parasiten empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen, die man um das Handgelenk mit Gummiringen verschließt. Bitte keine Reinigungsmittel benutzen, evtl. kann mit einer Lötlampe der Kasten kurz ausgeflammt werden.

Doch es sind nicht nur die Vögel, denen mit einem Nistkasten geholfen werden kann, auch Fledermäuse und Insekten nehmen Nisthilfen gerne an. Allerdings sind voll ausgebuchte Nistkästen nur dann zu erwarten, wenn der Garten naturnah gestaltet ist und für alle Arten ein entsprechendes Nahrungsangebot vorhanden ist.

Gegen Einsendung von 7 Briefmarken zu 55 Cent für eine einzelne Broschüre, für das Gesamtpaket 14 Stück zu 55 Cent, können die folgenden Broschüren (DIN A5, bunt) beim NABU Rheinland-Pfalz, Postfach 1647, 55006 Mainz, E-Mail: Bestellung@NABU-RLP.de angefordert werden:

1. Wohnen nach Maß: Nisthilfen und Quartiere für Vögel, Fledermäuse, Igel und Insekten (43 Seiten)
2. Gartenlust: für mehr Natur im Garten (43 Seiten)
3. Vögel im Garten: Schützen, helfen und beobachten (64 Seiten)

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