Rheinland-Pfalz.NABU.de Tiere & Pflanzen Streuobst
Streuobst
Projekt "Streuobst" (INTERREG II-Programm)
Eine grenzüberschreitende Verknüpfung von Ökologie und Ökonomie
Im Rahmen eines deutsch-luxemburgischen INTERREG II-Projektes setzen sich der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Stiftung Hëllef fir d´Natur Luxemburg dafür ein, die Wirtschaftlichkeit des Streuobstbaus zu fördern und, wo notwendig, neu zu beleben. Das Projektgebiet erstreckt sich auf die Landkreise Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg, Merzig-Wadern, die Stadt Trier und das Großherzogtum Luxemburg. Die Laufzeit des Projektes beträgt zwei Jahre (bis Ende Dezember 2001).
Beteiligte des Projekes sind
Europäische Union
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz
Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz
Ministerium für Wirtschaft Saarland
Ministerium für Umwelt Saarland
Ministére de l´Aménagement du Territoire Luxemburg
Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Rheinland-Pfalz
Das Ziel: Förderung der Streuobstvermarktung
Ziel dieses von der Europäischen Union geförderten Projektes ist es, die bestehenden Vermarktungsansätze im Streuobstbau zu erfassen und Konzepte für eine Ausweitung wirtschaftlicher Aktivitäten zu erstellen. Nach dem Motto „Pflege durch Nutzung“ sollen die ökonomischen und ökologischen Potentiale des Kulturbiotopes „Streuobstwiese“ miteinander in Einklang gebracht werden. Dazu werden zunächst umfangreiche Bestandserfassungen und Befragungen (Keltereien, Gastronomie, Kantinen, Handel, Verbraucher, Streuobstbewirtschafter, Landwirte, Tourismus) durchgeführt. Diese werden ausgewertet und kombiniert mit betriebswirtschaftlichen Aspekten des Streuobstbaus und zu einem Förderkonzept für die Vermarktung von Streuobstprodukten verarbeitet.
Begleitet wird das Projekt von umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit, durchgeführt wurden zwei größere Veranstaltungen „Rund um den Streuobstbau“, bei denen vor allem bereits existierende Streuobstvermarkter die Möglichkeit hatten, ihre Produkte und Aktivitäten darzustellen.
Streuobstwiesen – bedeutend für Mensch und Natur
Dass Streuobstwiesen eine hohe Bedeutung für den Menschen haben, ist schon lange bekannt. Die Obstbaumblüte beispielsweise gilt als ein Höhepunkt im Jahresablauf, welcher vielerorts mit Blütenfesten entsprechend gewürdigt wird. Regelmäßig im Frühjahr, wenn die Natur aus der Winterruhe erwacht, verwandeln blühende Obstbäume der Streuobstwiesen weite Landstriche in ein weißes Blütenmeer. Außerdem liefern hochstämmige Obstbäume gesundes, für viele Verwendungszwecke brauchbares Obst und beleben das Landschaftsbild. Sie sind für unser Auge eine Abwechslung in der sonst vielfach ausgeräumten Agrarlandschaft.
Aber nicht nur Menschen, auch Tiere erfreuen sich an den Streuobstwiesen. Zahlreiche Insekten laben sich an Pollen und Nektar der Obstblüten. Sie sind Nahrungs-, Lebens- und Vermehrungsraum für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Streuobstwiesen gehören damit zu den artenreichsten Biotoptypen in Mitteleuropa.
Das Saar-Moselgebiet – eine Obstbauregion mit langer Tradition
Der Obstbau im Projektgebiet, in der Region von Mosel und Saar, hat eine lange Tradition. Schon die Römer kannten verschiedene Apfel- und Birnensorten und wußten den vergorenen Apfel- und Birnenmost, heute Viez genannt, zu schätzen. Einen großen Aufschwung erfuhr der Obstbau in der Zeit der französischen Besetzung (um 1800 n. Chr.). Hier wurde vielfach per Verordnung der Obstbau auch in ländliche Regionen verbreitet. Aus einer Obstbaumzählung des Jahres 1913 geht hervor, daß der damalige Landkreis Trier im gesamten Deutschen Reich mit über 500.000 Hochstämmen die meisten Obstbäume aufzuweisen hatte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Interesse am Streuobstbau aus vielerlei Gründen zurück. Einer der Hauptgründe war die geringer werdende Rentabilität der Streuobstbestände . Das Obst konnte vielfach in Plantagen kostengünstiger erzeugt werden. Auch Billigimporte aus dem Ausland machten der Rentabilität des Streuobstbaus zu schaffen.
Der Streuobstbau läßt sich langfristig nur durch ökonomische Anreize erhalten
Seit den 80er Jahren steht der hohe ökologische Wert der Streuobstwiesen im Mittelpunkt der Betrachtungen. Viele Bundesländer, Landkreise, Gemeinden, Städte und Kulturämter haben Programme ins Leben gerufen, um Pflege und Erhalt von Streuobstwiesen zu fördern. Der Streuobstbau erfährt zur Zeit gewissermaßen eine Renaissance. Letztlich sind die schönen Streuobstwiesen in der Region von Mosel und Saar aber nur zu erhalten, wenn sich auch die Produktion des Streuobstes für die Bewirtschafter lohnt. Gute Ansätze im Bereich der Streuobst-Apfelsaftvermarktung und der Viez-Herstellung gibt es bereits.
Wer näheres über dieses Projekt erfahren möchte, kann sich gerne wenden an
NABU Rheinland-Pfalz
Ansprechpartner: Richard Dahlem
Tel. 00352 - 921509 (Lux)
Fax: 00352 - 929935
E-Mail: hellefms@pt.lu
NABU Saarland
Antoniusstr. 18
66822 Lebach-Niedersaubach
Tel. 06881 / 93619-15
Fax: 06881 / 93619-11
Internet: www.NABU-Saar.de
Fondatioun Hëllef fir d’Natur
Stiftung „Hëllef fir d´Natur“
Route de Luxembourg
L-1899 Kockelscheuer
Ansprechpartner: Raymond Aendekerk
Tel. 00352 / 290404-314, Fax: 00352 / 290504
E-Mail: secretary@luxnatur.lu
Internet: www.luxnatur.lu
Mehr zum Thema Streuobst

NABU Regional
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
Desktopmotive
Verbandsnetz
