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Umwelt- und Ökoanbau-Verbände fordern:

Umwelt- und Ökoanbau-Verbände fordern:

Intensivere Untersuchung des Unkrautkillers Roundup

Mohn Und Korn Dietmar Schuphan Nabu Bad Kreuznach2

• 7. Juli 2011 • Auf Einladung des NABU Rheinland-Pfalz trafen sich die Umwelt- und Ökoanbau-Verbände NABU, BUND, GNOR, Bioland und Stiftung Ökologie und Landbau zu einem Meinungsaustausch über die aktuellen Studien zum Herbizid Roundup. Eingeladen waren auch Staatsministerin Ulrike Höfken und Staatssekretär Dr. Thomas Griese aus dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium.

Die Verbände fordern das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten auf, den Pestizid-Wirkstoff Glyphosat einer kritischen Neubewertung zu unterziehen. Neue Erkenntnisse über Glyphosat-Rückstände in Futtermitteln und Tierausscheidungen machten eine systematische Prüfung entlang der Nahrungskette dringend erforderlich, da ein Risiko für die Gesundheit der Menschen nach heutigem Kenntnisstand nicht auszuschließen sei. Deshalb müssten neben den Futtermittelimporten auch Milch- und Fleischprodukte sowie Eier auf Rückstände dieser chemischen Mittel untersucht werden.

Zur Pressemitteilung

Die Natur braucht stillgelegte Flächen

NABU fordert "ökologische Vorrangflächen" in der Landwirtschaft

Grauammer

Die bedrohte Grauammer wird durch Flächenstilllegung geschützt.

Angesichts der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft und der Diskussionen um eine Abschaffung der Flächenstilllegung hat der NABU die Schaffung von "ökologischen Vorrangflächen" in jedem landwirtschaftlichen Betrieb gefordert. "Die Flächenstilllegung bietet in vielen Ackerbauregionen die letzten ökologischen Rückzugsräume. Ein Wegfall dieser Flächen würde einen weiteren und massiven Rückgang der biologischen Vielfalt auslösen und damit allen Zielvorgaben des Naturschutzes widersprechen", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich einer vom NABU vorgestellten Studie. Die Studie analysiert die Bedeutung der Flächenstilllegung für die biologische Vielfalt und macht konkrete Vorschläge, wie die positiven Auswirkungen der Stilllegungsflächen auf die Tier- und Pflanzenwelt dauerhaft erhalten werden können.

Ackerrandstreifen

Artenreiche Ackerrandstreifen tragen zur Erhaltung bedrohter Tiere und Plfanzen bei.

Das Instrument der Flächenstilllegung wurde 1992 zur Mengenregulierung im Ackerbau eingeführt und hat sich seitdem oft zu einem wertvollen "Lebensraum auf Zeit" für die Natur entwickelt. In jüngster Zeit wird die Stilllegung, die bislang auf rund acht Prozent der Ackerflächen betrieben werden musste, jedoch zunehmend in Frage gestellt. Die NABU-Studie belegt, dass die Stilllegungsflächen maßgeblich zur Erhaltung von Populationen bedrohter Arten wie Rebhuhn, Grauammer und Feldhase beitragen. Um die ökologischen Effekte der Flächenstilllegung zu sichern und auszubauen, fordert der NABU daher eine Verpflichtung zur Einrichtung von "ökologischen Vorrangflächen" auf 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen eines Betriebs. Zu den Vorrangflächen gehören selbstbegrünte Brachflächen, Blühflächen oder Blühstreifen sowie artenreiche Grünlandflächen, Saumstreifen oder Feldgehölze. Mit einer solchen Verpflichtung könnten die milliardenschweren Direktzahlungen aus Brüssel gesellschaftlich besser begründet werden. "Die Vorrangflächen sind ein dringend erforderliches Instrument der Agrarpolitik, um den alarmierenden Artenrückgang in der Kulturlandschaft zu bremsen", so Tschimpke weiter.

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