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Stadtnaturschutz RLP 2020
Stadtnaturschutz RLP 2020
Eine Projekt-Kampagne des NABU Rheinland-Pfalz
Ruderalvegetation auf Gleisbettbrache im Mainzer Industriehafen
Hohe Artenvielfalt in den Städten von Rheinland-Pfalz
• 25. Januar 2012 • Ganz im Gegensatz zur allgemeinen Meinung „Stadt grau – Land grün“ sind die größeren Städte in RLP meist artenreicher als ein gleich großes Gebiet im Mittelgebirge oder der freien Landschaft im gleichen Naturraum (vgl. Mazomeit, Pflanzenraritäten am Oberrhein, 2009). In der Mainzer Innenstadt z.B. leben 70 bedrohte sog. „Rote-Liste-Arten“. Analog dazu hat das Senckenberg-Institut die Farn- und Blütenpflanzen auf dem Gebiet der Stadt Frankfurt sowie im Taunus gezählt: 1675 Arten in der Großstadt standen nur 1250 im Naturpark gegenüber.
Wie ist das zu erklären?
Mit dem Entstehen urbaner Räume verschwinden zwar viele besonders empfindliche Arten. Es gibt aber auch Arten – wie das Wildkaninchen –, die im Außenbereich mittlerweile recht rar sind und sich infolge des dortigen Lebensraumverlustes Ersatzbiotope in urbanen Räumen suchen (Mainzer Hauptfriedhof und Uni). Angewiesen auf den Siedlungsraum sind auch die sog. „Kulturfolger-Arten“: Die Zwergfledermaus z.B. lässt sich zwischen Frühjahr und Herbst unterhalb des vierspurigen Autobahnzubringers Kaiser-Wilhelm-Brücke in der Trierer City in den Abendstunden ganz leicht beobachten. Ferner haben sich in den Städten Bereiche ursprünglicher Vegetation erhalten – wie das Maudacher Bruch in Ludwigshafen – und mit ihnen seltene Arten. Hinzukommen die vom Menschen geschaffene städtischen Naturräume wie Gleisanlagen und Güterbahnhöfe, Häfen, Alleen, Gärten, Parkanlagen, Friedhöfe, naturnah gestaltete Wasserflächen und Dämme. Erhöht wird der Artenreichtum an Pflanzen in den Städten auch wesentlich durch eingeschleppte oder für Zier- und Nutzgärten eingeführte Arten, die verwildert sind.
Die Grüne Brücke. Eine naturnahe Insel in der Mainzer City
Warum dann überhaupt Stadtnaturschutz RLP?
Die hohe Artenanzahl in den Städten darf nicht überbewertet werden. Denn viele Arten der Stadtnatur kommen dort nur unbeständig vor, was sowohl bei Pflanzen als auch bei Tieren mit den oft kleinen und isolierten Populationen zusammenhängt, die ohne Schutzmaßnahmen auf Dauer kaum überlebensfähig sind. Die Stadtnatur ist bereits durch kleine Eingriffe oder Standortveränderungen gefährdet. Dazu zählen z.B. die Nachverdichtung des Innenbereiches mit Bebauung und der damit einhergehende Verlust an Brachflächen, die Verdrängung der ursprünglichen Stadtflora durch gebietsfremde Arten sowie der Verlust von Quartier- und Niststätten der Kulturfolger-Arten. Es gibt zahlreiche effektive Naturschutzmaßnahmen, um die Stadtnatur zu bewahren und zu mehren, wie die naturnahe Gestaltung von Grünanlagen, das Anbringen von Niststätten an Gebäuden, die ökologische Sanierung alter Gemäuer, die planerische Sicherung von Brachflächen, die Begrünung von grauen Flächen für ein besseres Binnenklima, usw. Außerdem erreichen Naturschutzaktionen in den Städten verhältnismäßig viele Bürger/innen und schaffen so mehr Akzeptanz für die Anliegen des Naturschutzes. Viele Menschen wissen überhaupt nicht, wie wichtig der Einsatz für die Flora und Fauna gerade in den größeren Städten ist.
Und was macht der NABU für die Stadtnatur RLP?
Der NABU Rheinland-Pfalz setzt sich schon seit einigen Jahren aktiv für die Stadtökologie ein, z.B. im Rahmen seiner Projekte Mauerseglerschulen und Fledermäuse Willkommen . Die NABU-Kampagne "Stadtnaturschutz RLP 2020" fördert Projekte, die an exponierteren Stellen in den Innenstädten von Rheinland-Pfalz umgesetzt werden. Dadurch soll nicht nur ein
konkreter, nachvollziehbarer Beitrag zum Schutz der Stadtökologie geleistet werden, sondern auch auf die ökologische Bedeutung der Stadtnatur öffentlichkeitswirksam hingewiesen werden. Gleichzeitig werden einfache und generationenübergreifende Partizipationsmöglichkeiten geschaffen, die auch Bürger/innen erreichen, für die der Naturschutz ein völlig neues Betätigungsfeld darstellt.
Ansprechpartner für die Kampagne Stadtnatur RLP 2020 ist Andreas Lukas: Andreas.Lukas@NABU-RLP.de
Auf den folgenden Seiten finden Sie Berichte zu den folgenden NABU-Projekten:
• Naturnahe Gestaltung der Grünen Brücke (Mainz)
• Vogelschutz am Wormser Dom
Materialien
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NABU-Pflanzliste für naturnahe Baumscheiben von der Naturgärtnerei Ahornblatt (Mainz)
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