Rheinland-Pfalz.NABU.de Projekte Erhalt von Mooren

Werner & Mertz und NABU gemeinsam für Moorschutz

Werner & Mertz und NABU gemeinsam für Moorschutz

Wiedervernässung am Mittelweiher und Mürmes hilft Klima und bedrohten Arten

Der

Siegfried Schuch, Gerd Ostermann, Robert Egeling, Birgitta Schenz, Dr. Detlef Matz, Moritz Schmitt, Monika Kindgen, Michael Markowski

07.09.2011 • Im Rahmen einer gemeinsamen Delegationsreise an den Mürmes haben Vertreter des NABU-Rheinland-Pfalz und des Mainzer Unternehmens Werner & Mertz, Hersteller der bekannten Froschprodukte, den Fortschritt der Wiedervernässungsmaßnahmen am Mürmes begutachtet.
„Wir wollen durch unser Engagement beim Moorschutz in der Eifel einen weiteren Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten. Als EMAS zertifiziertes Unternehmen sehen wir uns in der Verpflichtung, auch über die Grenzen unseres Standortes hinaus, Maßnahmen zur wirksamen CO ₂ Reduktion zu unterstützen“, begründet Dr. Detlef Matz, Leiter des Nachhaltigkeitsmanagements beim Mainzer Putzmittelhersteller, das Engagement des Unternehmens.
Der Mürmes und der Mittelweiher zwischen Ellscheid und Mehren in der Vulkaneifel sind zwei ehemalige Fischweiher, die heute teilweise im Eigentum des NABU sind. Die Gebiete entwickelten sich zu interessanten Feuchtgebieten mit Moorbildung.
„Durch die Wiedervernässung wird die Torfbildung verstärkt und Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden“, erläutert Siegfried Schuch, Landesvorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz, die Klimafunktion der Wiedervernässung.
Der NABU hat im Jahr 2010 mit finanzieller Unterstützung durch Werner & Mertz am Mittelweiher mit Vernässungsmaßnahmen begonnen, um hier die Moorbildung zu fördern. Dazu wurde zunächst eine Bodenkartierung des Gebietes erstellt als Grundlage für weitere Maßnahmen.
Im Spätsommer erfolgte ein kaskadenförmiger Anstau des Ablaufgrabens. Dies führte zur deutlichen Vernässung des Umfeldes und zur Bildung von stehenden oder nur langsam fließenden Gewässern.
Neu entstandene Wasserflächen wurden schnell von seltenen Arten aufgesucht: Im letzten Herbst rasteten Kraniche auf der Fläche. Heute besiedeln Frösche, Libellen und Pflanzenarten wie Sumpfblutauge, Froschlöffel und Wasser-Knöterich die vernässten Bereiche.
Seit diesem Jahr ist der NABU Projektpartner eines landesweiten Moorprojektes der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Die Fördergelder von Werner & Mertz fließen in dieses gemeinsame Projekt und werden um Fördermittel der EU ergänzt.
„Dadurch konnte das Stauwehr am Überlauf des Mürmes ertüchtigt und erhöht werden, sodass der Wasserstand jetzt ganzjährig deutlich höher gehalten werden kann. Im Randbereich wurden verbuschte Wiesenbrachen zu artenreichem Moorgrünland entwickelt“, zeigt Siegfried Schuch vom NABU die aktuellen Maßnahmen auf.
In den nächsten Jahren stehen Entbuschungen in Randbereichen, Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung im Umfeld und die Entwicklung einer Schilfkläranlage an. Diese soll nährstoffbelastetes Wasser reinigen, bevor es ins Moor fließt.

Für Rückfragen: Gerd Ostermann, Dipl.-Ing.-agr., Handy 0151 - 253 871 00

Erhalt von Mooren

Dezember 2010 • Die Stiftung Natur und Umwelt trägt ein EU LIFE Natur-Projekt, welches der Wiederherstellung und dem Erhalt von Hang-, Hoch- und Zwischenmooren sowie angrenzenden Lebensräumen im Hunsrück und der Eifel dient. Projektpartner ist auch der NABU Rheinland-Pfalz, der dank der Kooperation mit dem Unternehmen Werner & Mertz (Hersteller der Marke FROSCH u.a.) bereits konkrete Hilfsmaßnahmen im NSG Mürmes (Daun) umsetzen konnte. Mit dieser Kooperation leistet Werner & Mertz einen Beitrag zur Kompensation der CO2–Emissionen durch die Produktionsabläufe.

Stiftung Natur und Umwelt
NABU Daun

Land unter am Mittelweiher

Mittelweiher Quer

Mürmes-Mittelweiher

• 18. Februar 2011 • Im NABU-Projekt am Mürmes-Mittelweiher bei Ellscheid, das von Werner & Mertz gesponsort wird, kann man jetzt die Ergebnisse der Wiedervernässung deutlich erkennen. Durch die kaskadenartigen Querriegel im begradigten und tiefer gelegten Mürmesbach ist der Wasserstand teilweise um bis zu einem Meter angestiegen. Der ehemalige Graben ist vollständig mit Wasser gefüllt und die angrenzenden Moorbereiche werden wieder durchnässt und überschwemmt. Die Abflussgeschwindigkeit ist deutlich verringert und eine Mäandrierung des Baches beginnt.

Naturschutzmaßnahmen zur teilweisen Kompensation von produktionsbedingten CO2-Emissionen des Unternehmens Werner & Mertz GmbH

Jahresbericht 2010

Bild1neu





Bild2neu

1. Einleitung
Der NABU Rheinland-Pfalz führt in den Jahren 2010 bis 2014 Maßnahmen im Naturschutz durch, die gleichzeitig einer Reduktion des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre mit sich bringen
Ziel der Kooperation beider Partner ist / sind
• Leistung eines Beitrages zur Kompensation der CO2-Emissionen durch die Produktionsabläufe der Fa. Werner & Mertz
• Förderung von Naturschutzprojekten durch eine längerfristige Kooperation.
• Durchführung von Maßnahmen, die Biotope stabiler gegenüber dem Klimawandel werden lassen.

2. Teilprojekt „Moorschutz Mürmes“ im Landkreis Daun
Beim Mürmes handelt es sich um den obersten von drei ehemaligen Fischweihern aus kurtrierischer Zeit. Nach Einstellung der Fischereiwirtschaft wurde noch bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg in dem Gebiet Torf gestochen, um die umgebenden Ortschaften mit Brennmaterial zu versorgen. Im Zuge des Maarprogramms wurde im Hauptentwässerungsgraben ein Auslaufsperrwerk eingebaut, welches das frühere alljährliche Trockenfallen des Gebietes verhindert und für einen gleichbleibenden Wasserstand sorgt. Probleme bereitet die zunehmende Verbuschung im Inneren des Gebietes durch Weiden, begünstigt durch die Nährstoffeinträge aus den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen. Der Außenbereich wird im Rahmen des Vertragsnaturschutzes landwirtschaftlich genutzt.
Das Moor droht aufgrund von zunehmender Verbuschung auszutrocknen. Das Austrocken des Moores würde im Torf gespeicherten Kohlenstoff der Zersetzung preisgeben. Verschiedene Maßnahmen sind geeignet, das Moor als CO2-Senke langfristig zu sichern.
Hierzu zählen die Entbuschung, Verbesserung der Aufstausituation und die Umwandlung von umliegenden Äckern in Grünland.
Hierdurch kann ein effektiver Beitrag zum Erhalt der CO2—Senke Moor geleistet werden. Im Rahmen eines EU-finanzierten Moorschutzprojektes soll eine qualifzierte Abschätzung der CO²-Einsparungen vorgenommen werden.
Die Projektplanung und die Eigentumsverhältnisse für die Flächen befinden sich im Anhang.

2.1 Maßnahmen im Jahr 2010
Grundlagenkartierung

Als Grundlage für die Durchführung von ersten Vernässungsmaßnahmen wurde im Jahr 2010 eine Kartierung der Moorböden und Torfgründe im Gebiet vorgenommen. Diese bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung und Vernässung des Gebietes.
Die Kartierung erlaubt eine Abschätzung des Moorkörpers. Die Ergebnisse der Bodenkartierung befinden sich im Anhang.

Bild3neu

Aufstaumaßnahmen am Mürmes

Aufstaumaßnahmen
Die Wiedervernässungsmaßnahmen am Mürmesbach haben im August begonnen. Vier Schwellen aus Grauwacke-Schüttungen sind im begradigten Bach angelegt. Ein bis zwei weitere können noch gemacht werden. Der Rückstau des braunen Moorwassers ist in den Bildern schon deutlich zu sehen. Die Aufstauwirkung war im Laufe des feuchten Sommers erheblich.

Bild4neu

Aufstaudamm aus Grauwacke

2.2 Integration in ein EU-Projekt
Das Wiedervernässungsprojekt am Mürmes konnte ab Sommer 2010 in eine EU-Naturschutzprojekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz und des NABU Rheinland-Pfalz integriert werden. Hierdurch können die eingesetzten finanziellen Mittel durch EU-Fördermittel aufgestockt werden.
Ein wichtiger Bestandteil des EU-Projektes ist auch die Bilanzierung des im Moorkörper festgelegten Kohlenstoffs.

3. Auwald auf der Harter Aue
Die Harter Aue ist eine Halbinsel im Naturschutzgebiet Fulder Aue – Ilmen Aue in Ingelheim. Auf dieser Insel wurde in den letzten Jahrzehnten Obstbau und Ackerbau betrieben. Viele Flächen liegen nun brach. Einzelne Flächen wurden aufgekauft und auf ihnen kleine Gehölzinseln angelegt. Diese bestehen aus auentypischen Gehölzen bestehen.
Durch das stetige Wachstum binden die Gehölze CO2. Aufgrund von Erfahrungswerten und einer Studie der TU München wird bei Aufforstung mit Stieleichen und Auen-Wildsträuchern von einer CO²-Kompensation von 5tCO²/ha Aufforstungsfläche und Jahr ausgegangen.

3.1. Maßnahmen im Jahr 2010
Zunächst wurde Anfang 2010 mit Fördermitteln und Mitteln des NABU eine Fläche von über einem Hektar Brache aufgekauft.
Für diese Fläche wurde ein Aufforstungskonzept erstellt, das in mühevoller Arbeit mit der oberen Wasserbehörde und der Naturschutzbehörde abgestimmt wurde.
Das Konzept sieht vor auf einer Fläche von einem ha typische Auwaldgehölze wie Stieleiche (Quercus robur), Esche (Fraxinus excelsior) und verschiedene Auwaldgehölze zu pflanzen.
Bei der Begründung des Auwaldes sollte auch der vorhanden natürliche Aufwuchs integriert werden. Das zu beschaffende Pflanzmaterial ist von regionaler Herkunft.
Nachdem im Herbst die Fläche vorbehandelt wurde, konnte im November 2010 durch eine Forst-Fachfirma die Gehölze gepflanzt werden.


Bild5neu

Rot umgrenzt: Fläche für Aufforstung auf Harter Aue – Ingelheim


NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen
Robert Egeling
An den Rheinwiesen 5
55411 Bingen
Tel. 06721-14367
kontakt@NABU-Rheinauen.de

Online spenden

 

NABU Regional

NABU Rheinland-Pfalz NABU.de

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

Desktopmotive

Damit Sie die Natur auch bei der Arbeit immer im Blick haben - die NABU-Desktopvorlagen.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz