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Grundsatzprogramm

Grundsatzprogramm des NABU Rheinland-Pfalz

Engagement lohnt sich

NABU Rheinland-Pfalz

Engagement für den Schutz der Natur lohnt sich - das ist die zentrale Erfahrung, die viele eh-renamtlich Aktive in der über einhundertjährigen Geschichte des NABU gemacht haben. Erfolg-reiche Aktionen des NABU Rheinland-Pfalz zum Schutz von Steinkauz, Weißstorch und Wan-derfalke, die Ausweisung von Naturschutzgebieten und Biosphärenreservaten, die steigende Wasserqualität unserer Bäche, Flüsse und Seen sind sichtbare Belege dafür, dass ehrenamtli-ches Engagement für den Schutz der Natur in Rheinland-Pfalz unverzichtbar ist.
Insbesondere die Arbeit der NABU-Gruppen in Gemeinden und Regionen hat einen entschei-denden Beitrag dafür geleistet, dass wertvolle Lebensräume gesichert und bedrohte Arten in Rheinland-Pfalz erhalten werden konnten.
Der NABU Rheinland-Pfalz wird auch in Zukunft einen aktiven Beitrag zum Schutz von Natur und Umwelt leisten. 100 Jahre erfolgreiche Natur- und Umweltschutzarbeit sind für uns Ansporn und Verpflichtung, uns aktiv in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik einzumischen und einzubrin-gen.
Der NABU setzt sich dabei für eine nachhaltige Entwicklung in Rheinland-Pfalz ein. Dazu ge-hört, dass umweltpolitische Vorgaben auf den sozialen und ökonomischen Prüfstand müssen. Gleichzeitig müssen aber auch ökonomische Entscheidungen und soziale Aktivitäten ökolo-gisch verträglich sein. Da wir von einer nachhaltigen Entwicklung noch weit entfernt sind, kommt dem globalen Schutz von Umwelt und Natur eine Schlüsselaufgabe für unsere Zukunft zu.

Der NABU Rheinland-Pfalz wird in den kommenden Jahren folgende Schwerpunkte setzen:

􀂾 die Verbesserung der gesellschaftlichen Akzeptanz für eine dauerhafte Natur- und Umwelt-schutzarbeit,
􀂾 das Entwickeln und Durchführen von konkreten Maßnahmen zum Erreichen unserer natur- und umweltschutzpolitischen Zielvorstellungen,
􀂾 die Verstärkung der umweltpolitischen Arbeit sowie die Verstärkung des Dialoges mit ande-ren gesellschaftlichen Gruppen und Unternehmen,
􀂾 die Weiterentwicklung des NABU Rheinland-Pfalz als gesellschaftliche Lobbyorganisation und als Verband für alle Menschen, die am Erleben der Natur Freude haben.

Nachhaltige Entwicklung durch engagierte Bürgerinnen und Bürger

Neben dem Funktionieren der demokratischen Institutionen ist die Übernahme von Verantwor-tung durch Bürgerinnen und Bürger ein entscheidender Faktor. Bürgerengagement braucht An-erkennung. Deshalb ist es erforderlich, dass die Arbeit von Freiwilligen im Natur- und Umwelt-schutz durch die Gesellschaft anerkannt und honoriert wird. Sowohl im Rahmen der politischen Kultur als auch in der Gesetzgebung sollte Freiwilligenarbeit stärker gefördert werden.
Der NABU Rheinland-Pfalz selbst lebt vom Engagement aktiver Mitglieder in seinen Orts-, Kreis- und Fachgruppen. Er setzt sich deshalb das Ziel, die gesellschaftlichen Rahmenbedin-gungen für Beteiligung auf allen Ebenen zu verbessern und Bürgerinnen und Bürger für ein En-gagement im und für den NABU zu motivieren.
Auf kommunaler und regionaler Ebene hält der NABU Rheinland-Pfalz mehr Initiativen zur Um-setzung der Agenda 21 für erforderlich.
Auf Landesebene Ebene fordert der NABU Rheinland-Pfalz einen Beirat für Nachhaltige Ent-wicklung, der klare und vereinbarte Ziele für den Bereich der Umweltpolitik formuliert und Maß-nahmen und Aktivitäten vorschlägt. Damit Umweltverbände wie der NABU ihre Rolle als "Anwalt der Natur" wahrnehmen können, müssen in allen naturrelevanten Entscheidungsprozessen eine Beteiligung der Naturschutzverbände sowie ein einfach zu handhabendes Verbandsklagerecht vorgesehen werden.

Vernetzte Regionen - das Leitbild der Zukunft

Die wirtschaftliche Globalisierung hat zahlreiche negative soziale und ökologische Auswirkun-gen. Durch die Förderung der Regionen und ihre Vernetzung kann hier ein Gegentrend gestützt werden. Der Idee der Vernetzung liegen zugleich auch nachhaltige Naturschutzstrategien zu-grunde.
Das Leitbild der Zukunft liegt in der naturverträglichen Entwicklung von Regionen. Regionen sind für die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger wichtige Bezugspunkte. Regionale Wirt-schaftskreisläufe dienen der Vermeidung von Verkehr. Viele globale Probleme werden leichter lösbar, wenn Projekte mit der Verknüpfung naturverträglicher und regionaler Produktion, Verar-beitung und Vermarktung vermehrt entwickelt und gefördert werden.
Damit Regionen in Zukunft Entwicklungschancen haben, bedarf es neuer politischer Rahmen-bedingungen. Die ländliche Entwicklung sollte deshalb zu einem Förder- und Entwicklungs-schwerpunkt für die nationale und EU-Politik werden. Die Agenda 2000 bietet dafür eine Reihe von konkreten Möglichkeiten, die bisher in Rheinland-Pfalz völlig ungenügend umgesetzt wur-den Der NABU Rheinland-Pfalz hält eine baldige Nachbesserung für dringend erforderlich.

Umweltpolitik der Zukunft: Mehr Vorsorge und Förderinstrumente

Die Umweltpolitik der letzten Jahrzehnte war von mangelnder Umsetzung des Vorsorge- und Verursacherprinzips geprägt. Der NABU Rheinland-Pfalz hält deshalb eine Wende vom tech-nisch nachsorgenden Umweltschutz zu einer vorsorgenden Umweltpolitik (z.B. Vermeidung des Flächenverbrauches statt Ausgleichsmaßnahmen) für erforderlich. Außerdem: Wer Kosten ver-ursacht, soll diese auch bezahlen. In die betriebswirtschaftlichen Rechnungen müssen auch die durch Umweltbelastungen der Gesellschaft entstandenen Kosten eingerechnet werden.
Die Erfolge der Umweltpolitik in der Vergangenheit sind in erster Linie durch staatliches Ord-nungsrecht entstanden: Auf diese Weise konnten unsere Flüsse wieder sauberer und viele Luftschadstoffe wie etwa Schwefeldioxid in beachtlicher Weise reduziert werden. Das Umwelt-ordnungsrecht stößt aber dort an Grenzen, wo es um komplexe Verhaltensänderungen von Bürgerinnen und Bürgern wie auch von Unternehmen geht.
Deshalb fordert der NABU Rheinland-Pfalz, dass aufbauend auf dem bestehenden Umweltrecht das umweltpolitische Instrumentarium künftig durch ökonomische Instrumente wie Ökosteuern, Umweltzertifikate und Lizenzen ergänzt wird. Im Bereich konkreter Umweltauflagen sollte sich der Staat in Zukunft auf die Festlegung verbindlicher Ziele, Kontroll- und Sanktionsmechanis-men konzentrieren.

Globale Verantwortung für biologische Vielfalt in Deutschlandt

Der Verlust an biologischer Vielfalt, d.h. von Lebensräumen und ihren Arten, ist auch ein regio-nales Problem. Der rasante Verlust an Tier- und Pflanzenarten durch Zerstörung ihrer Lebens-räume hat nach Auffassung des NABU Rheinland-Pfalz das Ausmaß einer Katastrophe ange-nommen.
Das Auslöschen von Arten wirft nicht nur ökologische Probleme im Wirkungsgefüge des Natur-haushaltes auf, es ist sozial unverantwortlich, zukünftigen Generationen die Nutzung des "Pa-tentamtes Natur" einzuschränken und ihnen Naturerleben vorzuenthalten. In einem modernen Naturverständnis wird die Natur auch um ihrer selbst willen erhalten und nicht nur unter Nut-zungs- und Selbsterhaltungsgesichtspunkten für die Menschen betrachtet.
Neben einer naturverträglichen Landnutzung wird Prozessschutz zu einem Schlüsselbegriff des Naturschutzes. Darunter versteht man, dass der Mensch in bestimmte Gebiete nicht eingreift, sondern die Natur sich selbst überlässt. Stürme, Insektenfraß, Wildverbiss, Überschwemmun-gen oder Lawinen gehören zur Wildnis. Der Mensch kann in diesen Gebieten staunen, beo-bachten und forschen, um zu begreifen, was Natur wirklich bedeutet.
Auch Rheinland-Pfalz hat seine Verantwortung für seinen Anteil am Naturerbe. Hier kommt es insbesondere darauf an, diejenigen Lebensräume und Arten zu sichern, für die wir auf europäi-scher und nationaler Ebene besondere Verantwortung tragen. Dazu zählen: natürliche und na-turnahe Laubwälder mit darin eingebetteten Mooren, Fließgewässer und ihre Auen, aber auch Kulturlandschaften mit Wiesen- und Weideökosystemen sowie Streuobstbestände.
Mindestens 15 Prozent der Fläche von Rheinland-Pfalz sollten in den nächsten 10 Jahren als Naturvorranggebiete in Form von großen und vernetzten Schutzgebieten ausgewiesen werden, in denen auch ein angemessener Anteil an Prozessschutz vorzusehen ist. Diese dürfen sich nicht auf Waldbereiche beschränken, sondern sollten auch in Offenlandbereichen (z.B. Bach und Flußauen) ausgewiesen werden.
Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ist in Rheinland-Pfalz unzureichend umgesetzt. Der NABU fordert eine baldige Nachbesserung. Neben Offenlandbiotopen sind verstärkt auch die nach der Richtlinie auszuweisenden Weinbauflächen, Abbaugebiete und Flugsanddünen auszuweisen.

Biologische Vielfalt durch naturverträgliche Landnutzung und Verringerung des Res-sourcenverbrauchs

Der NABU RHEINLAND-PFALZ will Naturschutz durch ökologisch verträgliche Naturnutzung. Für den Schutz der biologischen Vielfalt unerlässlich ist deshalb die Entwicklung ökonomisch, ökologisch und sozial tragfähiger Zukunftskonzepte für die Kulturlandschaften Europas.
Dazu gehört eine Form des Wirtschaftens, die generationenverträglich, sozial ausgleichend, umweltverträglich und der biologischen und kulturellen Vielfalt förderlich ist. Auch die Förderung naturverträglicher Formen der Land- und Forstwirtschaft wie z.B. der ökologische Landbau, die naturnahe Waldbewirtschaftung, der Streuobstbau und extensive Weidesysteme.zählen dazu. Feuchträume und Senken in der Landschaft sind zu revitalisieren. Der Flächenverbrauch insbe-sondere im Umfeld der Städte und Dörfer muss reduziert werden. Große unzerschnittene Räu-me sind zu erhalten. Die Stoffeinträge in die Landschaft durch Emissionen aus Verkehr, Indust-rie und Landwirtschaft müssen reduziert werden. Von besonderer Bedeutung ist die Belebung der ländlichen Räume.
Eine zukunftsfähige Agrarpolitik, bei der das durchschnittliche Einkommen der Betriebe zu mehr als 50 Prozent aus Steuermitteln kommt, muss aber eine natur-, umwelt- und sozialverträgliche Produktion garantieren, die ohne Chemieeinsatz auskommt und zusätzliche Arbeitsplätze im ländlichen Raum schafft. Wir brauchen eine Entkopplung der Subventionen von der Produktion. Direkte Einkommensbeihilfen müssen verbindlich an die Einhaltung von nationalem und epäischem Umweltrecht und ökologischen Standards bei der Landbewirtschaftung geknüpft wer-den.
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Die Waldbewirtschaftung sollte sich nach Auffassung des NABU Rheinland-Pfalz am Leitbild der naturnahen Waldbewirtschaftung orientieren. Dieser zeichnet sich aus durch Chemiefrei-heit, den Verzicht auf Kahlschläge und einen bodenschonenden Einsatz von Tieren oder Ma-schinen. Naturverjüngung, ein hoher Totholzanteil sowie ausgewiesene Naturschutzbereiche sorgen für biologische Vielfalt im Wald.
Der NABU Rheinland-Pfalz hält Jagd und Fischerei für legitim, sofern sie sich an den Prinzipien der naturverträglichen Nutzung (=Verwertung) und tierschutzgerechten Ausübung orientiert.
Zu einer ökologischen Landnutzung zählt auch, dass die Flächenversieglung gebremst und zum Teil rückgängig gemacht wird. Die aufgrund der Eingriffsregelung im BNatSchG erforderlichen-Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden in mehr als der Hälfte der Fälle gar nicht umgesetzt oder die Eingriffe werden nur in ganz geringem Maße durch ökologische Verbesserungen aus-geglichen. Eine transparente Dokumentation des Flächenverbrauchs in einem Flächenkataster ist deshalb erforderlich.

Für wirksamen Klimaschutz und eine ökologische Energie- und Verkehrspolitik

Eine der größten Herausforderungen für den Natur- und Umweltschutz der nächsten Jahre und Jahrzehnte ist die sich immer stärker abzeichnende Klimaveränderung. Sie ist Ausdruck einer grundlegenden Fehlentwicklung, nämlich eines um Größenordnungen zu hohen Energie- und Ressourcenverbrauchs in den Industrieländern.
Der NABU Rheinland-Pfalz unterstützt deshalb das auch von der Bundesregierung formulierte Ziel, den Kohlendioxidausstoß - basierend auf dem Bezugsjahr 1990 - bis zum Jahr 2005 um 25 Prozent zu verringern.
Dazu benötigen wir:
􀂾 die Fortführung der ökologischen Steuerreform und die Schaffung von Anreizen zum Ener-gie- und Ressourcensparen.
􀂾 eine umweltgerechte Energieversorgung: Eine ökologische Energiepolitik muss in allererster Linie Energieeinsparpotenziale in Indust-rie, Verkehr und privaten Haushalten fördern und mobilisieren. Im Energiemix müssen rege-nerative Energieträger (Wasser- und Windkraft, Photovoltaik, Biomasse) in Zukunft eine Hauptrolle spielen. Ihr Einsatz muss jedoch dem Kriterium der Naturverträglichkeit gerecht werden. Diesem Kriterium werden in den meisten Fällen Wasserkraftwerke an Mittelge-birgsbächen nicht gerecht, weshalb hier in jedem Einzelfall eine Umweltverträglichkeitsprü-fung gefordert wird. Der NABU Rheinland-Pfalz hält es aus ökologischen und gesundheitli-chen Gründen für geboten, aus der Nutzung der Atomkraft so schnell wie möglich auszu-steigen.
􀂾 eine umweltverträgliche Verkehrspolitik: Um die Schäden an Umwelt und Natur zu verrin-gern, muss Treibstoffverbrauch weltweit verteuert werden. Entsprechende Preissignale tra-gen auch dazu bei, dass Mobilität ressourcenschonender und umweltverträglicher wird. Um mehr Bürger zum Umsteigen auf umweltfreundlichere Verkehrsträger zu bewegen, bedarf es verbesserter Rahmenbedingungen. Dazu zählen ein leistungsfähiges, schienengebun-denes Verkehrssystem für den Personen- und Güterverkehr, einen flächendeckenden öf-fentlichen Nahverkehr, eine Reduzierung des Flugverkehrs, die Verringerung des Individu-alverkehrs und die Förderung moderner Radwegesysteme. Neue Technologien, die zu ei-nem geringeren Treibstoff- und Ressourcenverbrauch führen (z.B. Drei-Liter-Auto) sollen gefördert werden, damit individuelle Mobilität möglich und bezahlbar bleibt. Dies gilt insbe-sondere für Regionen mit schlechter öffentlicher Verkehrsinfrastruktur.
􀂾 eine ökologische Agrarpolitik:
Im Bereich der Agrarpolitik müssen die klimarelevanten Emissionen aus dem Bereich der Tierhaltung entscheidend verringert werden, aber auch Klimagefahren durch Überdüngung und Gülleausbringung.

Neue Technologien

Der NABU Rheinland-Pfalz spricht sich für eine naturverträgliche Weiterentwicklung von Wis-senschaft und Technik und für moderne, vorwärtsgerichtete Strategien zur nachhaltigen Ent-wicklung unserer Gesellschaft aus.
Auch die Bio- und Gentechnologie birgt Chancen zu innovativen Produktionsmethoden. Nach Auffassung des NABU Rheinland-Pfalz sind die mit der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere verbundenen ökologischen Risiken jedoch zu groß und nicht beherrschbar. Der NABU RHEINLAND-PFALZ hält deshalb den Einsatz gentechnisch veränderter Kulturpflan-zen und Nutztiere für unverantwortlich. Dies gilt auch für die Aussetzung von Tier- und Pflan-zenarten ohne wissenschaftlich fundierte Kenntnisse darüber, weiche Auswirkungen dies auf Ökosysteme und Lebensräume hat.

Umweltbildung

Das größte Ziel für den NABU Rheinland-Pfalz ist es, mehr Menschen zu dauerhaftem Umwelt-handeln zu bewegen. Denn eine nachhaltige Entwicklung werden wir nur umsetzen können, wenn die Menschen bereit sind, neue umweltfreundliche Produkte anzunehmen, neue Verhal-tens- und Konsummuster zu erlernen und die dafür erforderlichen Preise zu zahlen. Wesentli-ches Instrument zur Schaffung eines solchen Verhaltens ist die Umweltbildung.
Der NABU Rheinland-Pfalz hat einen traditionellen Schwerpunkt im Bereich der Umweltbil-dung. In Zukunft kommt es darauf an, dass wir die Menschen an die Natur heranführen und für die Idee der Nachhaltigkeit gewinnen. Ein wichtiges Aufgabenfeld ist der Freizeitbereich. Der NABU kann Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Umwelt-Erleben so vermitteln, dass dar-aus ein dauerhaftes Umwelt-Handeln entsteht. Umweltverantwortung kann jeder und jede von uns in vielfältigen Rollen und Lebensbereichen übernehmen - in Familie und Beruf, in der Frei-zeit oder in der Gemeinde.

Sicherung wertvoller Lebensräume

Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Sicherung wertvoller Lebensräume durch staatliche Schutzgebietsausweisungen unzuverlässig ist. Die Befreiungen von Schutzgebiets-verordnungen, die Einrichtung eines weitreichenden Entschädigungsanspruchs sowie die Kür-zung des Naturschutz-Etats im rheinland-pfälzischen Landeshaushalt haben zu einer systema-tischen Entwertung von Schutzgebieten geführt. Die Übernahme von Flächen in den Besitz und die Betreuung des NABU Rheinland-Pfalz soll daher auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur langfristigen und zuverlässigen Sicherung wertvoller Lebensräume leisten.

Der NABU Rheinland-Pfalz fördert die Kenntnisse von und die Freude an der Natur.

Der NABU Rheinland-Pfalz ist gefordert, wenn es darum geht, komplexere Antworten darauf zu geben, wie wir die Natur in unserem Land als zukünftige Lebensgrundlage der menschlichen Gesellschaft erhalten wollen und wie wir unseren Beitrag zur Abwendung der Umweltgefahren leisten können. Deshalb wird sich der NABU Rheinland-Pfalz in politische Entscheidungspro-zesse einmischen, um den Naturschutz zum Erfolg zu führen.
Der NABU Rheinland-Pfalz wird aber gleichzeitig auch an seinen Wurzeln festhalten, an der praktischen Naturschutzarbeit vor Ort und der naturkundlichen Betätigung. Hier haben die örtli-chen NABU-Gruppen bereits in der Vergangenheit viel geleistet.
Und auch jemand, dem es keinen Spaß macht, naturschutzpolitisch aktiv zu sein, sondern der einfach Freude an der Beobachtung der Natur hat, ist im NABU Rheinland-Pfalz in bester Ge-sellschaft. Ein Naturschutzverband, der seine Arbeit nicht auch als eine gesellschaftspolitische Aufgabe ansieht, wird am Ende keine Erfolge erzielen. Eine Umweltorganisation aber, die ihr Engagement nicht mehr aus der Begeisterung an der Natur schöpft, wird am Ende aus techno-kratischen Umweltmanagern bestehen und ebenfalls scheitern. Freude an immer wieder neuen Entdeckungen in der Natur und auch das Staunen über das Adaptionsvermögen der Natur wird deshalb auch in Zukunft eine wichtige Triebfeder für unser Engagement bleiben.
Das Grundsatzgrogramm als pdf.

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